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<<< 33. Spieltag
2. Liga Süd 1955/56, 34. Spieltag

SV Waldhof Mannheim - KSV Hessen Kassel

6:0 (1:0)

Sonntag, 13.05.1956
Alsenweg Mannheim

SV Waldhof Mannheim
KSV Hessen Kassel
Lennert
Rößling
Leutwein
Lipponer
Ratzel
Cornelius
Zeiß
Lehn
Lebefromm
Hohmann
Teigesser
Trainer: -
Trainer: Walter Koch
Spielstatistik
Tore: 1:0 Lebefromm (30.), 2:0 Hohmann ( .), 3:0 Hohmann ( .), 4:0 Lebefromm ( .), 5:0 Lebefromm (60.), 6:0 Lebefromm (87.) - Schiedsrichter: Neumayer (Ebingen) - Zuschauer: 3.000
Spielbericht

Hessen-Löwe mit stumpfen Krallen

Die in ihrem Ausmaß zu hohe Niederlage von Hessen Kassel wurde kurz nach Seitenwechsel durch zwei glückhafte Waldhof-Treffer eingeleitet. Diese beiden Tore zum 3:0 nahmen der Hessen-Elf den Kampfnerv, nachdem bis zu diesem Zeitpunkt die Partie beim Stand von 1:0 noch alle Möglichkeiten offen ließ. Bis zum schnellen 3:0-Vorsprung der Waldhöfer sah es jedenfalls nicht nach einem so deutlichen Resultat aus, denn bis dahin bot die Mannschaft um „Gala” Metzner eine durchaus ebenbürtige Partie, ihre Aktionen waren vielfach sogar technisch besser, die Kasseler scheiterten jedoch in dieser Phase an Waldhof-Torwart Lennert, der einen tollen Schuß von Metzner und einen Nahschuß von Trott in blitzartiger Reaktion zur Ecke faustete. Darüber hinaus ließ Grabsch eine große Chance aus, als Lennert schon geschlagen war.

Die Kasseler hatten also durchaus die Möglichkeiten, das 1:0 auszugleichen oder sogar in Führung zu gehen. Verständlich, daß die Mannschaft nach diesen Mißerfolgen und den beiden weiteren Waldhof-Treffern resignierte und nicht mehr mit dem bisherigen Einsatz kämpfte. Die Höhe der Niederlage wurde dann aber auch stark durch allzu große Nachlässigkeiten in der Abwehr begünstigt. Die gegnerischen Stürmer hatten erstaunlich viel Bewegungsfreiheit. Darüber hinaus schien Hutfles seine alte Kampfkraft noch nicht wieder gewonnen zu haben. Schwach war überdies die rechte Deckungsseite, während der kleine Casselmann und Vollmer stärker beeindruckten. Ein Sonderkompliment verdiente sich Torwart Buchholz.

Der Angriff der Kasseler imponierte lediglich eine Halbzeit lang. In diesen ersten 45 Minuten hielten die Hessen-Stürmer mit ihren trickreichen Aktionen vielfach die Waldhof-Abwehr unter Druck, ließen jedoch im entscheidenden Moment die Durchschlagskraft vermissen, wie auch meist der letzte und wichtigste Paß innerhalb des Strafraums mißlang. Trotzdem imponierte wieder Metzner, ebenso auch Mittelstürmer Schmied, der sich durch geschicktes Rochieren der Rednerischen Bewachung entzog, mit seinen Schüssen aber viel Pech hatte.

Nach mehreren Chancen auf beiden Selten köpfte Lebefromm nach rund halbstündiger Spieldauer eine Flanke zum 1:0 ins Netz. Die Entscheidung fiel dann nach dem Wechsel, als Hohmann zunächst mit einem Schuß Glück hatte, der dicht am Pfosten ins Netz sauste und dann, als er einen Steilpaß von Lipponer direkt ins Netz verlängerte. Die Hessen ließen die Köpfe hängen und kassierten bald darauf den vierten Treffer, den Lebefromm erzielte. Der gleiche Spieler schoß dann auch in der 60. und 87. Minute die restlichen Tore.

Das erfreulichste Moment: die Fairnes beider Mannschaften, die Schiedsrichter Neumayer (Ebingen) das Amt erleichterte.

Heinrich Breyer (Hessische Nachrichten vom 14.05.1956)