Penzberg unterlag
klar 0:2 nach feinem Spiel
Man hatte bei diesem Spiel
niemals den Eindruck, daß es für
die Kasseler hätte schief gehen können,
obwohl die Penzberger in jeder Hinsicht
nach der angenehmen Seite überraschten,
denn sie spielten weitaus besser als verschiedene
andere Mannschaften, die in der Tabelle
höher stehen. Daß es bei ihnen
nicht zu einem Treffer reichte, lag an der
Schußunsicherheit ihres Sturmes und
natürlich auch an der schlagfertigen
Abwehr der Hessen. Auch bei den Südbayern
war die Abwehr der beste Mannschaftsteil.
Schneider und Sägmüller erwiesen
sich als zwei schnelle und einsatzfreudige
Spieler, und auch Torwart Kollmuss machte
seine Sache recht gut. An den beiden Treffern
der Hessen, die kurioserweise beide jeweils
in der 13. Minute jeder Halbzeit fielen,
hatte er keine Schuld.
Die Hessen fanden mit ihrem
Spiel Beifall. Bis auf eine kurze Zeit nach
der Pause hatten sie meistens das Heft in
der Hand und spielten stellenweise recht
zügig in schönen Kombinationen.
Daß es nachher nicht mehr so ganz
klappte, lag daran, daß Hutfles verletzt
wurde und auf den Rechtsaußenposten
ging. Für ihn versah Dinger den Stopperposten
gut, bis auch er anfing, zu humpeln. Die
treibende Kraft für den Sturm war einmal
Gala Metzner, der mit einem großen
Laufpensum von hinten sehr schön aufbaute
und der mit Riesenschritten außen
lospreschende Grabsch. Aber auch Sepp Schmied
hatte großen Anteil an dem Druck des
Sturmes, und er war es auch, der praktisch
für beide Tore verantwortlich zeichnete.
Den ersten Treffer erzielte
er direkt nach einem schönen Flankenlauf
von Grabsch und das zweite Tor bereitete
er vor, als er einen Ball von der Linie
noch vors Tor zog, den Schulz nach schönem
Einsatz über die Linie brachte.
Ansonsten ist als erfreuliches
Positivum zu bemerken, daß Vollmer
eine recht schöne Läuferpartie
lieferte, und auch alle anderen recht gut
harmonierten.
Die Penzberger können
noch von Glück reden, daß das
Ergebnis nicht höher ausfiel, denn
mehrfach gab es heftige Kanonaden auf ihr
Heiligtum, und einmal hätte Schiedsrichter
Ritter einen Elfmeter geben müssen,
als Schmied im Strafraum von zwei Spielern
in die Zange genommen, zu Fall gebracht
wurde, aber er winkte ab. Zwei schöne
Kopfbälle von Hutfles und auch Schulz
gingen leider knapp daneben oder drüber.
Auch bei den Hessen gab
es einige brenzliche Situationen, die mit
Glück beseitigt wurden. Einmal war
Erich Knothe noch der Retter in letzter
Not.
Alles in allem ein faires
Spiel, an das man zwar keine allzuhohen
Ansprüche von vornherein stellte, das
aber gefiel.
Quelle: Hessische Nachrichten
vom 16.04.1956