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<<< 16. Spieltag
2. Liga Süd 1955/56, 17. Spieltag

FC Hanau 93 - KSV Hessen Kassel

1:1 (0:0)

Sonntag, 18.12.1955
Herbert-Dröse-Stadion

FC Hanau 93
KSV Hessen Kassel
Henss
Fischer
Erhard
Berger
Wehr
Pinther
Bonaventura
Sievers
Böckler
Günther
Geier
Trainer: -
Trainer: Walter Koch
Spielstatistik
Tore: 0:1 Schmied (70.), 1:1 Erhard (80.) - Schiedsrichter: Stoll (Mühlacker) - Zuschauer: 4.000
Spielbericht

Kampfgeist + Taktik = ein Punkt für KSV

Daß man eine solche "Heimmannschaft" mit Ersatzleuten für Knothe, Hellwig und Müller nicht in "offener Feldschlacht" besiegen konnte, war den Hessen klar. So mußte die Taktik helfen. Und sie "haute hin"! Man ließ den als Halbrechten nominierten Franz Dinger Stopper spielen und hielt Karl Hutfles als Ausputzer, als letzte Rettung, im eigenen Strafraum in Reserve. Das ging natürlich auf Kosten eines geschlossenen Stürmerspiels, aber die vorn verbleibenden Angriffsspitzen Schmied und Grabsch sowie Metzner und Schulz hielten den Ball nicht lange, spielten schnell und steil ab, und so wurden mit diesem Sturmtorso immerhin so viel Tormöglichkeiten herausgespielt wie seit langem nicht mehr.

Den Hanauern lag diese Einstellung ihres Gegners gar nicht. Das Spiel der 93er lief nicht wie gewohnt, obwohl beide Flügelstürmer, Bonaventura und Geier sowie der Halblinke Günther und vor allem der linke Verteidiger Erhard überdurchschnittliche Leistungen boten.

In der Hessen-Elf gab es keinen Ausfall. Imponierend vor allem der Kampfgeist der ganzen Mannschaft, die allein deshalb den einen Punkt verdient hat! Buchholz erledigte alle Aufgaben in Ruhe und mit Sicherheit. Die Befürchtung, daß der junge, körperlich schwere Amateur Schilling den gefährlichen Torjäger Bonaventura nicht würde halten können, erwiesen sich als unbegründet. Ebenso wie der zuverlässige Allroundmann "Patte" Trott war er schlagsicher und aufmerksam. Erfreulicherweise zeigte auch diesmal Hans Michel als Seitenläufer eine ausgezeichnete Leistung. Der Sturm beschränkte sich - das war der taktische Plan - bewußt auf Einzelaktionen, so daß die, die schöne und fließende Kombinationen von den Kasselern sehen wollten, natürlich vergeblich warteten. Aber wie oft sind die Hessen "in Schönheit gestorben", ohne einen Punkt zu erobern?!

Nach stürmischen Angriffen der Hanauer hatte Schulz in der ersten Viertelstunde schon zwei Schußchancen, und ein Weitschuß Deegs strich über die Querlatte. Buchholz mußte bei einer Ecke und einem Freistoß ins "Getümmel", um den Hanauer Führungstreffer zu verhindern, aber auch auf der Gegenseite hatte Henss Glück, daß Grabsch und Schmied ihre Aktionen nicht mit einem Treffer abschlossen. Nach dem Wechsel setzten die Hanauer sofort alles auf eine Karte, aber die Abwehr mit dem Bollwerk Dinger-Hutfles in der Mitte hielt. Als eine Kurzpaßkombination in der 70.Minute Schmied in Schußposition brachte, hieß es 1:0 für die Hessen! Drei Minuten später strich ein Freistoß dicht an Buchholz' Tor vorbei, doch 10 Minuten vor Schluß erwischte Erhard das Leder und schoß unhaltbar zum Ausgleich ein. Grabsch und Schulz waren noch je einmal dicht am Erfolg, aber es reichte nicht ganz.

Quelle: "Sport am Montag" vom 19.12.1955