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<<< 15. Spieltag
2. Liga Süd 1955/56, 16. Spieltag

KSV Hessen Kassel - FC Bayern München

3:2 (1:1)

Sonntag, 11.12.1955
Auestadion Kassel

KSV Hessen Kassel
FC Bayern München
Hoffmann
Hahn
Bauer
Knauer
Landerer
Bauer
Faltermeier
Hahn
Berg
Huber
Trainer: Walter Koch
Trainer: -
Spielstatistik
Tore: 1:0 Schmied (13.), 1:1 Hahn (45.), 1:2 Huber (50.), 2:2 Hutfles (58.), 3:2 Grabsch (80.) - Schiedsrichter: Leonhardt (Stuttgart) - Zuschauer: 6.000
Spielbericht

Nach Grabschs Siegestor brach die Latte!

Spritzig, wie lange nicht, begannen die Kasseler das Spiel und hatten eindeutig die Oberhand. Zunächst kam es zu einigen Ecken, als aber dann auf eine Flanke von Schulz Schmied mit einem tollen Direktschuß aus 20 Metern ins Dreieck das Führungstor erzielt hatte, atmeten die Kasseler auf, es schien gut zu gehn. Aber das blieb nur so bis zur 20. Minute, als Knothe und Velhorn bei einem Kopfballduell mit den Köpfen zusammenstießen und herausgetragen werden mußten. Die Hessen waren nun gezwungen, die Deckung zu vervollständigen. Man nahm Schmied nach hinten, und das lähmte jede Initiative. Die Bayern rückten vor und belagerten geradezu das Hessentor. Als Schiedsrichter Leonhardt (Stuttgart) einige Minuten wegen des Unfalls nachspielen ließ, fiel Trott bei einer Abwehr, und Hahn konnte Buchholz zum Ausgleich überwinden. Depression bei den Kasselern und nach der Pause knallte Huber nach einem Getümmel vor dem Hessentor auch noch einen zweiten Treffer unhaltbar unter die Latte.

Und nun machte man das einzig Richtige. Der lebendige Schmied wurde wieder nach vorn geschickt, und Franz Dinger, der unter einer Verletzung litt, ging in die Verteidigung. Das gab wieder erheblichen Auftrieb, und die Hessen steigerten sich mit den ganz ausgezeichneten Läuferleistungen des jungen Michel zu einer Form, die sie pausenlos das Bayerntor berennen ließ. Die Verteidigung stand aber unter Führung des großartigen Bauer wie ein Mann. Den Bann brach endlich Hutfles, der einen Freistoß Metzners mit dem Kopf zum Ausgleich verwandelte. Die Entscheidung brachte wieder eine Flanke Metzners, die über den Scheitel von Bauer vors Tor kam, wo Grabsch den Ball über den etwas zu spät reagierenden Hoffmann ins Tor hob. Bauer hatte seinen Fehler gutmachen wollen, war ins Tor gesprungen und hatte beim Hineinspringen die Latte mit der Hand in der Mitte durchgeknickt.

Was nun, war die bange Frage? Wird die Torreparatur gelingen? Wird das Spiel abgebrochen? Glücklicherweise für die Hessen - den Bayern lag bestimmt nicht viel daran - wurde der Schaden notdürftig behoben, und die letzten Minuten vergingen, ohne daß eines der Tore noch groß in Gefahr kam.

Der Kampf war zu Ende, und die Hessen hatten einen verdienten Sieg erfochten, denn endlich zeigte die Mannschaft einmal, was sie kann, sie kämpfte sich nach dem depremierenden 1:2 wieder vor das Gegnertor und führte eine Spielwendung herbei, die man kaum noch erhofft hatte.

Wir können allen Spielern getrost attestieren, daß sie ihr Bestes gaben, wir wollen aber Michel einmal besonders herausheben. Schon in Penzberg hatte er gut gespielt, und hier zeigte er, daß er in der letzten Zeit viel gelernt hat. Bei allem kämpferischen Einsatz, der ihm oft Beifall auf offener Szene einbrachte, verlor er nie die Übersicht und spielte auch überlegt ab, seine Kondition war sehr gut. So kann er sich einen Stammplatz in der Hessenelf erwerben.

Schiedsrichter Leonhardt (Stuttgart) leitete das Spiel gut.

Quelle: "Sport am Montag" vom 12.12.1955