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<<< 7. Spieltag
2. Liga Süd 1955/56, 8. Spieltag

1. FC Pforzheim - KSV Hessen Kassel

3:0 (2:0)

Sonntag, 16.10.1955
Brötzinger Tal

1. FC Pforzheim
KSV Hessen Kassel
Müller
Biedenbach
Klink
Heinrich
Krüger
Krämer
Straub
Liebig
Rau
Grobs
Schradl
Trainer: -
Trainer: Walter Koch
Spielstatistik
Tore: 1:0 Heinrich (34.), 2:0 Krämer (42.), 3:0 Grobs (63.) - Schiedsrichter: Wurtz (München) - Zuschauer: -
Spielbericht

Nicht schlecht gespielt, aber wieder keine Tore

Hessen Kassel war bei weitem nicht um drei Tore schlechter. Die Elf wartete teilweise mit dem technisch reiferen Fußball und besseren Zusammenspiel auf. Sie riß die Pforzheimer Verteidigung des öfteren auf, aber das zielstrebige Feldspiel war - wieder einmal - an der Strafraumgrenze zu Ende. Bis hierher wurden die Angriffe recht zügig vorgetragen, und anfangs schien es auch, als sei der Gästesturm recht schußfreudig, denn innerhalb kurzer Zeit knallten mehrere Weitschüsse auf das Pforzheimer Tor. Sie verfehlten jedoch ihr Ziel oder bereiteten Torwart Müller keine Mühe. Innerhalb des Strafraumes raffte sich jedoch kaum einmal einer der Gästestürmer zu einem herzhaften Schuß auf. An dieser Unentschlossenheit und unproduktiven Spielweise scheiterte dann auch, vor allem in der zweiten Halbzeit eine durchaus noch mögliche glückliche Wendung.

Torhüter Schubert trifft an der Niederlage keine Schuld. Er hielt manchen gefährlichen Schuß, den man schon im Tor sah. Verteidigung und Mittelläufer überraschten zunächst mit einigen unsauberen Abschlägen, standen aber später ihren Mann genau so gut wie die Außenläufer.

Obgleich die Hessen die Verletzten Buchholz, Metzner und Schulz ersetzen mußten, bildete die Mannschaft doch eine geschlossene Einheit, aus dem kein Einzelteil merklich abfiel. Aber letzten Endes konnte auch der Einsatz von Dinger im Sturm und die Rückkehr Schmieds auf den Mittelstürmerposten, auf dem er einst so erfolgreich operierte, nicht die erhoffte Wendung im Sturm bringen. Besser als in den letzten Spielen lief es dennoch!

Pforzheim hatte erstmals wieder seinen von einer Blinddarmoperation genesenen Spieler Rau dabei. Rau spielte mit Druck und riskierte im gegebenen Moment auch eher einen Schuß.

Zwei gute Chancen

Bald nach Spielbeginn hatte Pforzheim Glück, als Schmied eine schwache Rückgabe von Krüger erlief, aber Müller den Schuß noch zu einer Ecke abfälschen konnte, und kurz danach Krüger den Ball Schmied noch vom schussbereiten Fuß zu schlagen vermochte. Dann tauchte Schubert in der 34. Minute wohl, weil ihm die Aussicht versperrt war, eine Sekunde zu spät nach Heinrichs Schuß: 1:0. Und noch vor der Pause von Straubs Schuß schlug unhaltbar hoch ebenfalls in die lange Ecke ein.

Nach dem Wiederanpfiff knallte zunächst Hellwig hoch in die Wolken, dann konnte Torhüter Müller, am Boden liegend, einen Ball nicht festhalten, aber dem Schuß des in den Sturm gegangenen Hutfles stellte ach noch irgendein Bein in den Weg.

Selbst nach dem von Grobs geschossenen dritten Pforzheimer Erfolg resignierte Kassel nicht, aber ...

Quelle: Hessische Nachrichten vom 17.10.1955