Nach 10 Minuten
Sieg durch Schulz
Das erste Spiel auf der
neu hergerichteten grünen Au in Hof
hatte die Fußballfreunde sogar aus
der weiteren Umgebung herbeigelockt. Sie
wurden nicht enttäuscht. Die Hessen
hinterließen einen sehr guten Eindruck,
sie stellten sich - im Gegensatz zum Straubinger
Spiel - als eine geschlossene selbstsichere
Mannschaft vor, die sich durch nichts aus
der Ruhe bringen ließ. Schon zu Beginn
zeigte es sich, was in der Mannschaft steckt:
Einsatzfreude und ein gutes Teamwork. Die
Angriffe wurden meist schon in der Verteidigung
aufgebaut und von dort über die Außenläufer
vorbildlich auf Metzner zugetragen. Er wurde
immer wieder von seinen Neben- und Hinterleuten
aufmerksam bedient und schenkte sich selbst
keine Verschnaufpause. Seine genauen Abgaben
über weitem Raum fanden beim Hofer
Publikum wiederholt Anerkennung.
Auch Schulz und der wieder
mitwirkende Hellwig stifteten wiederholt
Verwirrung im Bayern Strafraum. Sehr gut
gefiel Linksaußen Grabsch, der von
seinem Hofer Bewacher kaum gehalten werden
konnte. Dinger und Deeg leisteten eine sichere
Zerstörungsarbeit und Müller wirkte
wie ein Prellbock.
Überhaupt muß
man dem Schlußtrio ungeteilt Anerkennung
zollen, denn Knothe und Schmied waren sehr
aufmerksame Bewacher und Buchholz rettete
mehr als einmal in höchster Not. Besonders
in der zweiten Halbzeit wurde ihm vom Hofer
Sturm nichts geschenkt.
Genaues und schnelles Zuspiel
und Schnelligkeit zeichnete den Angriff
aus. Lediglich der rechte Flügel mit
Michel und Schulz kam nicht so zum Einsatz.
Was an den Hessen zu rühmen
ist, ließen die Bayern vermissen.
Vor allem der Sturm der Hofer Elf arbeitete
ohne Zusammenhang. Mittelläufer Hörath
und Torwart Felleiter verhinderten auch
in diesem Spiel wieder einige Tore. Allgemein
wurde von den Bayern schlecht zugespielt
und ungenau gedeckt.
Schnelle Entscheidung
Das Spiel begann mit heftigen,
schnell wechselnden Angriffen der beiden
Sturmreihen. In der zehnten Minute reagierte
Schulz blitzschnell auf eine Faustabwehr
von Felleiter und jagte den Ball mit Wucht
in die Maschen. Damit war der Endstand schon
hergestellt.
Kurze Zeit später
schoß Grabsch haarscharf über
die Latte. In der 22. Minute mußte
Buchholz für zwei Minuten ausscheiden.
Grabsch, der in dieser Zeit das Tor hütete,
brauchte aber nicht in Aktion zu treten.
In der zweiten Halbzeit wollten die Hofer
unbedingt ein Tor erzwingen. Sie griffen
pausenlos an und erzielten einen Eckenstand
von 8:4, aber immer wieder scheiterten die
Aktionn an der aufmerksamen Abwehr von Hessen
Kassel, die einfach unüberwindlich
war.
Quelle: Hessische Nachrichten
vom 19.09.1955