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2. Liga Süd 1955/56, 1. Spieltag

KSV Hessen Kassel - TSG Ulm 1846

4:2 (3:2)

Sonntag, 28.08.1955
Auestadion Kassel

KSV Hessen Kassel
TSG Ulm 1846
Henig
Cornlack
Greiner
Henkel
Bück
Arkeis
Wahler
Frymark
Hein
Ruoff
Sick
Trainer: Walter Koch
Trainer: -
Spielstatistik
Tore: 1:0 Schmied (13.), 2:0 Müller (22., Handelfmeter), 2:1 Sick (30., Foulelfmeter), 3:1 Hellwig (34.), 3:2 Ruoff (43.), 4:2 Hellwig (46.) - Ecken: 8:3 - Schiedsrichter: Reil (Weiden) - Zuschauer: 8.000
Spielbericht

Klarer Hessen-Sieg

Die ersten Punkte in der 2. Liga sind errungen, aber nicht ganz so imponierend, wie man es erwartet hatte. Gewiß stand der Sieger Hessen nie auf des Messers Schneide, aber es offenbarten sich doch Lücken, die noch geschlossen werden müssen. Im Sturm klappte es trotz der vier Tore keineswegs wünschenswert, und die sonst so standfeste Verteidigung ließ in vielen Fällen auch noch vieles offen, so daß sich die Läuferreihe nicht so entfalten konnte und man streckenweise den Ulmern das Feld überließ. Immerhin ist gegen einen starken Gegner ein Sieg errungen worden.

Die Ulmer zeigten ein gefälliges Feldspiel, aber vor dem Tor war ihr Sturm eine stumpfe Waffe. Ihre Deckung war ebenfalls nicht ganz sattelfest, und trotzdem verstand es der Hessensturm nicht, die gegebenen Chancen auszunutzen. Ihre besten Leute hatten die Gäste auf dem linken Flügel, den unermüdlichen Ankurbler Ruoff und den ebenso schnellfüßigen Sick. Nach einer gewissen Anlaufzeit wurde Rechtsaußen Wahler ein ebenso gefährlicher Mann wie die beiden auf dem linken Flügel.

Bei den Hessen ließ der Sturm viele Wünsche offen. Grabsch stand zuviel abseits, war recht eigensinnig und brachte nur zweimal ein vernünftiges Abspiel zustande. Schulz nur stellenweise gut. Pech hatte er, als er zwei todsichere Chancen versiebte. Metzner unermüdlich, aber selten ging man auf seine Absichten ein. Hellwig der Held des Tages durch seine sagenhafte Strafstoßbombe direkt unter die Latte, von der man noch lange sprechen wird. Sein zweites Tor, trickreich vollzogen, war spielentscheidend. Die Läuferreihe, Dinger braucht noch etwas Anlaufzeit, mußte sich oft stark der Verteidigung widmen. Deeg gewann viele Kopfballduelle und Müller war der Turm in der Schlacht, er war stets auf dem Platz, wo er benötigt wurde. Hutfles wurde zu Anfang angeschlagen und hatte das ganze Spiel damit zu kämpfen. Knothe hatte es schwer mit dem schnellen Ulmer Flügel. Buchholz kann man keinen Vorwurf machen. Beim Elfmeter wurde er getäuscht, und auch der überraschende Schuß von Ruoff war nicht zu halten.

Der Spielverlauf

Ulm begann recht aggressiv, aber bald übernahmen die Hessen das Kommando. In der 13. Munte schafft es Schmied gerade noch trotz Bedrängung durch Corniack, den Ball an den Inenpfosten zu schießen. Müllers Elfmeter wegen Hand von Corniack war nicht zu halten. Als Sick dann von Knothe im Strafraum gelegt worden war, täuschte er beim Elfmeter Buchholz zum Anschlußtreffer. Bald beseitigte dann Hellwigs Strafstoß alle Sorgen, aber noch einmal kam Ulm heran, als Ruoff völlig ungedeckt eine Schrägvorlage direkt zum zweiten Treffer für Ulm verwandelte.

Nach der Pause ließ das Spiel etwas nach, vor allem dann, als Hellwig nach einer Vorlage Grabschs sich durchdribbelte, Verteidiger und Torwart täuschte und überlegt einschob. Damit war entgegen den Erwartungen das Spiel schon entschieden, denn weder die Hessen konnten ihre Chancen ausnutzen, noch die Ulmer aus ihren immer wieder gefährlichen Vorstößen etwas Zählbares herausholen.

Der Weidener Schiedsrichter Reil leitete trotz einiger Proteste das Spiel recht ordentlich.

Quelle: Hessische Nachrichten vom 29.08.1955