Drei Morlock-Tore
gegen die Hessen
Zwei "Abstaubertore"
von Morlock sicherten dem Club in der 17.
und 19. Minute eine 2:0-Führung. Bis
dahin hatte die Kasseler Elf machtvoll aufgespielt
und die Klubelf mehrfach in große
Verlegenheit gebracht. Schon hatte es den
Anschein, als würden die verwöhnten
Nürnberger Zuschauer ins Lager der
Gäste überwechseln. Da riß
Maxl Morlock die Stimmung herum. Aber die
Hessen blieben über die ganze Distanz
des spannenden wechselvollen Kampfes ein
beachtenswerter Gegner. Schnelligkeit, Kampfgeist
und eine bachtliche Spielkultur nötigte
den 8000 Besuchern gehörigen Respekt
ab.
In der Abwehr stand Hutfles
unerschütterlich, obwohl sein Gegenüber
Schade nichts unversucht ließ, ihn
abzuschütteln. Oettler gefiel durch
seine satten Abschläge und vereitelte
kurz vor der Halbzeit ein weiteres Tor für
den Klub, als er einen Schuß von Herbolsheimer
auf der Torlinie unschädlich machte.
Die beiden Außenläufer Trott
(für den nicht einsatzfähigen
Dinger) und vor allem Deeg brillierten nicht
nur durch sichere Abwehr und ausgezeichnetes
Stellungsspiel, sondern auch durch schöne
Vorlagen in den eigenen Angriffen.
Erste Halbzeit
die bessere
Der Kasseler Sturm hatte
seine beste Zeit in den ersten 45 Minuten.
Aber trotz mehrfacher Pannen und Mißverständnisse
in der Klubabwehr reichte es nur zu einem
Tor von Daubert in der 21. Minute, das ebenso
wie die beiden ersten Morlock-Tore "abgestaubt"
war.
Erst in der zweiten Halbzeit,
als der Klubsturm ganz gewaltig aufdrehte,
wurden die Kasseler etwas "weicher".
Zwar blieb die Hintermannschaft hieb- und
stichfest wie zuvor, aber im Sturm fehlte
nun der Schwung der ersten 45 Minuten. Hellwig
und Schmied blieben zwar so aktiv wie zuvor
auch, aber es wurde doch manche Chance verzettelt.
Schmied vor allem ließ sich in Duelle
mit Baumann ein - und da war wenig zu erben.
Allerdings leistete die gesamte Klubabwehr
nunmehr großen Widerstand, so daß
Schaffer nur noch einmal einzugreifen brauchte
und zwar in der 79. Minute, als er einen
von Schmied scharf getretenen Freistoß
durch eine glänznde Parade unschädlich
machte.
Bis dahin stand der Sieg
des Klubs mit 3:1 aber schon fest, denn
Morlock hatte zu Beginn der zweiten Halbzeit
mit dem schönsten Tor des Tages Laue
zu dritten Male geschlagen. Aus etwa 17
Meter Entfernung setzte der Klubspielführer
den Ball mit dem linken Fuß völlig
unhaltbar ins Kasseler Tor. In der 85. Minute
trug sich Schade nochmals zum Abschluß
in die Schützenliste ein. Nach mehrfachem
Durcheinander vor dem Kasseler Tor brachte
der Klubmittelstürmer den Ball zum
vierten Male hinter Laue unter.
Schiedsrichter Stoll (Mühlacker)
leitete das Spiel gut. Daß er mit
dem Klub mehr liebäugelte als mit den
Gästen, war aber nicht zu verkennen.
Quelle: Hessische Nachrichten
vom 05.04.1954