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<<< 29. Spieltag
Oberliga Süd 1953/54, 30. Spieltag

1. FC Nürnberg - KSV Hessen Kassel

4:1 (2:1)

Sonntag, 04.04.1954
Sportpark Zerzabelshof Nürnberg

1. FC Nürnberg
KSV Hessen Kassel
Eduard Schaffer
Alfred Mirsberger
Kurt Ucko
Gerhard Bergner
Gunter Baumann
Walter Zeitler
Karl Bundschuh
Max Morlock
Horst Schade
Helmut Herboldsheimer
Konrad Winterstein
Trainer: Alv Riemke
Spielstatistik
Tore: 1:0 Morlock (17.), 2:0 Morlock (19.), 2:1 Daubert (21.), 3:1 Morlock (46.), 4:1 Schade (85.) - Schiedsrichter: Stoll (Mühlacker) - Zuschauer: 8.000
Spielbericht

Drei Morlock-Tore gegen die Hessen

Zwei "Abstaubertore" von Morlock sicherten dem Club in der 17. und 19. Minute eine 2:0-Führung. Bis dahin hatte die Kasseler Elf machtvoll aufgespielt und die Klubelf mehrfach in große Verlegenheit gebracht. Schon hatte es den Anschein, als würden die verwöhnten Nürnberger Zuschauer ins Lager der Gäste überwechseln. Da riß Maxl Morlock die Stimmung herum. Aber die Hessen blieben über die ganze Distanz des spannenden wechselvollen Kampfes ein beachtenswerter Gegner. Schnelligkeit, Kampfgeist und eine bachtliche Spielkultur nötigte den 8000 Besuchern gehörigen Respekt ab.

In der Abwehr stand Hutfles unerschütterlich, obwohl sein Gegenüber Schade nichts unversucht ließ, ihn abzuschütteln. Oettler gefiel durch seine satten Abschläge und vereitelte kurz vor der Halbzeit ein weiteres Tor für den Klub, als er einen Schuß von Herbolsheimer auf der Torlinie unschädlich machte. Die beiden Außenläufer Trott (für den nicht einsatzfähigen Dinger) und vor allem Deeg brillierten nicht nur durch sichere Abwehr und ausgezeichnetes Stellungsspiel, sondern auch durch schöne Vorlagen in den eigenen Angriffen.

Erste Halbzeit die bessere

Der Kasseler Sturm hatte seine beste Zeit in den ersten 45 Minuten. Aber trotz mehrfacher Pannen und Mißverständnisse in der Klubabwehr reichte es nur zu einem Tor von Daubert in der 21. Minute, das ebenso wie die beiden ersten Morlock-Tore "abgestaubt" war.

Erst in der zweiten Halbzeit, als der Klubsturm ganz gewaltig aufdrehte, wurden die Kasseler etwas "weicher". Zwar blieb die Hintermannschaft hieb- und stichfest wie zuvor, aber im Sturm fehlte nun der Schwung der ersten 45 Minuten. Hellwig und Schmied blieben zwar so aktiv wie zuvor auch, aber es wurde doch manche Chance verzettelt. Schmied vor allem ließ sich in Duelle mit Baumann ein - und da war wenig zu erben. Allerdings leistete die gesamte Klubabwehr nunmehr großen Widerstand, so daß Schaffer nur noch einmal einzugreifen brauchte und zwar in der 79. Minute, als er einen von Schmied scharf getretenen Freistoß durch eine glänznde Parade unschädlich machte.

Bis dahin stand der Sieg des Klubs mit 3:1 aber schon fest, denn Morlock hatte zu Beginn der zweiten Halbzeit mit dem schönsten Tor des Tages Laue zu dritten Male geschlagen. Aus etwa 17 Meter Entfernung setzte der Klubspielführer den Ball mit dem linken Fuß völlig unhaltbar ins Kasseler Tor. In der 85. Minute trug sich Schade nochmals zum Abschluß in die Schützenliste ein. Nach mehrfachem Durcheinander vor dem Kasseler Tor brachte der Klubmittelstürmer den Ball zum vierten Male hinter Laue unter.

Schiedsrichter Stoll (Mühlacker) leitete das Spiel gut. Daß er mit dem Klub mehr liebäugelte als mit den Gästen, war aber nicht zu verkennen.

Quelle: Hessische Nachrichten vom 05.04.1954