Straubinger Sieg
war verdient
Es wäre ja ein Wunder
gewesen, wenn die Hessen erstmalig in diesem
Jahr ohne Heimniederlage davongekommen wären,
aber daß diese Niederlage ausgerechnet
als Abschiedsvorstellung aus der 2. Liga
Süd kam, ist kein schöner Abschluß
der Serie. Die Mannschaft war gegen die
früheren Spiele nicht wiederzuerkennen,
so lustlos und ohne Einsatz spielte sie
gegen einen Gegner, der das Spiel richtig
nahm und einer gute Vorstellung gab. Daran
ändert auch die Tatsache, daß
Gala Metzner, der in dem DFB-Auswahlspiel
gegen die Bolton Wanderers, wie Kurt Brumme
am Rundfunk sagte, englischen Stil gespielt
habe, nach dem Vortagesspiel sich in einer
imponierenden Form befand, es aber allein
natürlich auch nicht schaffen konnte.
Lediglich Hutfles und Windisch und streckenweise
auch Zimmer hielten einigermaßen mit
ihm mit.
Sonst war die Gesamtleistung
denkbar schlecht. Unsicherheit überall,
fehlende Übersicht, mangelnde Ballkontrolle
und Abgabe kennzeichnen den Weg, den das
Spiel gegen einen Gegner nehmen mußte.
Es gab nicht, wie viele prophezeiten, zum
Abschluß wie am Anfang ein Unentschieden
zu Hause, sondern eine wohlverdiente Niederlage.
Damit wäre alles über die Leistungen
der Hessen gesagt.
Die Straubinger Elf, die
schon immer gut in Kassel gefiel, hat verdient
gewonnen, denn sie beherrschte fast die
gesamte zweite Hälfte das Spielgeschehen
und spielte oftmals die Hessen geradezu
an die Wand. Es gab der beängstigenden
Situationen viele, und es kann keine Entschuldigung
sein, daß auch die Hessen einige Chancen
hatten.
Laue war reichlich unsicher
und klebte viel zu sehr an der Torlinie.
So kam auch der erste Treffer zustande.
Als er bei einem Durchbruch der Gäste
das Leder fallen ließ, machte Knothe
Hand, und Eisemann deutete auf den Elfmeterpunkt,
obwohl die Hessen abseits reklamierten.
Holzapfel, der lange Stopper, knallte placiert
ein. Die Hessen wachten dann zwar auf, aber
ihre Bemühungen blieben fruchtlos,
weil die Gäste es nach schnellen Vorstößen
immer wieder verstanden, rechtzeitig die
Abwehrreihen zu verstärken. In der
23. Minute brachte endlich nach einer kleinen
Dauerkanonade Daubert das Leder zum Ausgleich
über die Linie. Nun glaubte man daran,
daß es doch noch ein Kasseler Sieg
werden würde, aber man sah sich getäuscht.
Straubing ging nach der
Pause zur Offensive über, und sogar
deren Verteidiger beteiligten sich an den
Torschüssen. Glücklich konnte
sich noch einmal die ausgespielte Hintermannschaft
schätzen, als Hahn freistehend den
Ball von Widmann angenommen hatte, aber
über das Tor schoß. Schließlich
war es aber nicht zu verhindern, daß
der aufgerückte Hingsamer die Vorlage
von Ernst zum Siegestor einschoß.
Schiedsrichter Eisemann
(Mannheim) war nicht immer konsequent in
seinen Entscheidungen.
Quelle: Hessische Nachrichten
vom 11.05.1953