Was
macht eigentlich ... Karl Schmidt?
Karl Schmidt
kam 1951 im Alter von 19 Jahren zum KSV. Zuvor
spielte der 1,70 m große Linksaußen
bei seinem Heimatverein TuSpo Wabern. Von
da an begann eine beeindruckende Karriere:
1953 schaffte er mit dem KSV den Aufstieg
in die höchste deutsche Liga, spielte
dort zwei Jahre, wechselte 1955 zum 1. FC
Kaiserslautern, wurde in fünf Jahren
auf dem Betzenberg zweimal Südwestdeutscher
Meister (1956, 1957), spielte danach drei
Jahre beim Ligakonkurrenten FK Pirmasens und
ein Jahr beim SC Baden-Baden als Spielertrainer.
„Nach Kaiserslautern wäre ich mit
dem Fahrrad gefahren, um mit Fritz Walter
in einer Mannschaft zu spielen“, beschreibt
er heute seine damalige Entscheidung.
Aber selbst
dabei blieb es nicht, denn längst war
Bundestrainer Sepp Herberger auf den schnellen
und technisch versierten Verteidiger aufmerksam
geworden und nominierte ihn in neun Länderspielen
für die Nationalmannschaft und für
den Kader zur Weltmeisterschaft 1958.
Die WM sagte
Karl Schmidt aber zu Herbergers Bedauern ab,
denn schon lange standen Familie und seine
berufliche Karriere im Vordergrund. Er hatte
Jura und Sport in Marburg und Mainz studiert
und arbeitete als Regierungsrat im Landratsamt
in Kaiserslautern. Später war Karl Schmidt
stellvertretender Polizeipräsident und
übernahm ab 1968 das Sportreferat im
Sozialministerium in Mainz. Dort stieg er
auf bis zum Ministerialdirigenten und ging
1994 in Pension. Parallel dazu war Karl Schmidt,
der mit seiner Frau in Bad Wildungen lebt,
ab 1966 in verschiedenen DFB-Gremien, unter
anderem in dem Organisationskomitee für
das Olympische Fußballturnier 1972 und
die WM 1974, bis 2001 als DFB-Schatzmeister
und auch jetzt noch als Vizepräsident
beim DFB für sozial- und gesellschaftspolitische
Aufgaben aktiv.
Tim Siebrecht (Stand: August
2004) |