Was
macht eigentlich ... Rolf Fritzsche?
Rolf Fritzsche
feierte im letzten Jahr seinen 70. Geburtstag
und kann dabei auf ein bewegtes Leben zurückblicken.
Seine Karriere
begann in seinem Geburtsort Rositz (Thüringen),
von wo aus er mit 21 Jahren zur Einheit Ost
Leipzig wechselte und ein Jahr später
zum ASK Vorwärts Berlin delegiert wurde.
Dort wurde er zweimal DDR-Meister, einmal
Pokalsieger und kam zu Einsätzen in der
DDR-Nationalmannschaft. Insgesamt spielte
er fünf Jahre beim ASK, bevor er in einer
Nacht-und-Nebel-Aktion nach Westberlin und
ein Jahr später nach Pirmasens in die
BRD flüchtete.Beim FK 03 Pirmasens weckte
der technisch perfekte Stürmer mit 24
Toren in 28 Spielen das Interesse des Hamburger
SV, wo er fortan mit Uwe Seeler im Sturm spielte
und 1963 Norddeutscher Meister wurde.
Obwohl der
HSV mit ihm schon für die 1963 eingeführte
Bundesliga plante, zog Rolf Fritzsche zur
großen Überraschung ein Angebot
des KSV Hessen Kassel vor, der sich in der
Oberliga Süd nicht für die Bundesliga
qualifizieren konnte. Dabei gab für den
mittlerweile 29-Jährigen den Ausschlag,
dass der KSV ihm eine Arbeitsstelle im Außendienst
der Herkules-Brauerei beschaffen konnte, wo
er bis zu seiner Rente arbeitete. Es folgten
sieben erfolgreiche Jahre in der Regionalliga
Süd mit der Süddeutschen Meisterschaft
1964 und vielen DFB-Pokalspielen, bei denen
das Auestadion mit über 30.000 Zuschauern
aus allen Nähten platzte. Dabei hatte
Rolf Fritzsche an den Erfolgen des KSV mit
seinen 81 Toren in 192 Spielen maßgeblichen
Anteil.
Nach seiner
Karriere widmete er sich seiner zweiten sportlichen
Leidenschaft, dem Tennis und gewann sogar
die Stadtmeisterschaft. Rolf Fritzsche, der
mit seiner Frau in Wolfsanger wohnt, verfolgt
die weitere Entwicklung des KSV mit großen
Interesse.
Tim Siebrecht
(Stand: Mai 2004) |