Jürgen
Ey, 57, kam von Rapid Wien nach Kassel,
spielte von 1973 bis 1976 beim KSV Hessen
und wechselte dann zur FSV Bergshausen, mit
der er dreimal hintereinander (bis in die
Oberliga) aufstieg. Der gebürtige Bremer,
1966 mit Werder deutscher Amateurmeister,
ist Regional-Direktionsleiter bei der Deutschen
Vermögensberatung AG. Der zweifache Vater
wohnt mit seiner Frau Ursula in seinem Haus
in Fuldabrück-Dörnhagen.
Seine Karriere
führte ihn in den siebziger Jahren über
Bremen, München und Wien nach Kassel
zum KSV Hessen.
Wie nahe
stehen Sie heute noch dem Fußball?
Jürgen
Ey: Nur noch als Zuschauer, meist im Auestadion.
Seit zehn Jahren kann ich nicht mehr an den
Ball treten..
Was ist passiert?
Ey: Schon
1987 hatte ich Knie-Probleme und musste operiert
werden. Später kam ich noch weitere acht
Mal unters Messer. Viermal war das linke Knie
dran, fünfmal das rechte. Also lag ich
etwa alle zwei Jahre auf dem Operationstisch.
Heißt
das, dass Sie mit dem Sport nichts mehr am
Hut haben?
Ey: Drei,
vier Mal in der Woche setze ich mich aufs
Fahrrad und lege 25 bis 30 Kilometer pro Tour
zurück. Außerdem macht mir das
Inline-Laufen Spaß. Um meine Muskeln
aufzubauen, gehe ich hin und wieder ins Fitness-Studio.
Haben Sie
zu Ihren früheren Vereinen heute noch
Kontakt?
Ey: Ja, besonders
zum FC Bayern München, bei dem ich meine
sportlich schönste Zeit verbracht habe.
Vor zwei Jahren war ich beim 50.Geburtstag
von Bayern-Manager Uli Hoeneß. Noch
heute kriege ich vom Bayern-Sekretariat umgehend
Tickets, wenn ich mir ein Heimspiel anschauen
möchte.
Wie oft sind
Sie in München zum Einsatz gekommen?
Ey: Für
die Bayern habe ich zwar nur ein Bundesligaspiel
beim 1:1 in Kaiserslautern bestritten, habe
aber die Viertelfinalspiele im Europapokal
gegen Liverpool mitgemacht, gegen das wir
mit 1:1 und 1:3 leider ausgeschieden sind.
Das Highlight für mich war unser Freundschaftsspiel
1970 in Mailand, wo wir vor 50000 Fans Inter
beim 3:1-Sieg klar beherrschten. Aus Enttäuschung
über die Leistung ihrer Elf warfen die
Inter-Fans ihre Sitzkissen aufs Spielfeld.
Vom Mailänder
San-Siro- ins Auestadion: Wird der KSV Meister?
Ey: Ich hoffe
sehr, obwohls ganz schwierig wird. Für
die Region wäre es wichtig, wenns mit
dem Aufstieg klappen würde. Mit einigen
ehemaligen Spielern, wie Winnie Döring,
Uwe Habedank und Peter Rabeneck, stehe ich
noch ständig in Kontakt.
Von Günter
Grabs (23.05.2004) |