Was
macht eigentlich ... Mario Deppe
„Hier
darfst Du nie auflaufen“, dachte sich
Mario Deppe, im Jahre 1990 auf der Haupttribüne
des Kasseler Auestadions seine dreimonatige
Wechsel-Sperre absitzend. Geschockt war er
über die harte Gangart des nordhessischen
Publikums der eigenen Mannschaft gegenüber.
Kurz zuvor war der 1968 geborene Heiligenstädter
aus der 1. Liga der DDR von Rot-Weiß
Erfurt nach Kassel gewechselt und erlebte
in den folgenden acht Jahren Höhen und
Tiefen mit dem Verein. Dabei wandelte sich
sein anfänglicher Kulturschock schnell
in Vereinsliebe um. Furios begann die Zeit
des Abwehrspezialisten beim KSV mit der Meisterschaft
in der Oberliga 1991 und der Aufstiegsrunde
zur 2. Bundesliga, wo man nur knapp an 1860
München scheiterte. Zudem spielte sich
der KSV mit einer sensationellen Serie in
das Viertelfinale des DFB-Pokals. An diese
Erfolge konnte der KSV in den folgenden Jahren
in der Oberliga und Regionalliga nicht mehr
anknüpfen, im Gegenteil: zwei Insolvenzen
zwangen den Verein 1998 in die Knie. „Sportlich
wären wir nicht abgestiegen. Die Mannschaft
hat trotz aller Querelen bis zum Schluss zusammengehalten“,
bedauert Mario Deppe. Finanziell mussten sich
die Spieler schon lange umorientieren, wobei
er eine Ausbildung zum Bankkaufmann in der
Kasseler Sparkasse abschloss und auch heute
noch dort arbeitet. Ab 1998 spielte er für
die Oberligisten FSC Lohfelden und OSC Vellmar
und ist seit zwei Jahren Spielertrainer in
Gudensberg. „Ich kann’s nicht
lassen“, sagt Mario Deppe und meint
damit seine Leidenschaft zum Fußball
und zum KSV Hessen Kassel. Seine Mitgliedsnummer
beim KSV ist die 444, weil er acht Jahre lang
auf seinem Trikot den Löwen und auf der
anderen Seite die Vier trug.
Tim Siebrecht
(Stand: Mai 2005) |