Was macht eigentlich
... Gerd Becker?
Gerd Becker war einer der
Spieler aus Nordhessen, die in der 1. Bundesliga
spielten. Aber leider nicht mit dem KSV Hessen
Kassel, sondern ausgerechnet mit dem Erzrivalen
Kickers Offenbach. Dennoch erlebte der pfeilschnelle
und schussgewaltige Angreifer in der Kasseler
Südstadt neben einem Einsatz in der Junioren-Nationalmannschaft
eine der aufregendsten Zeit der KSV-Geschichte.
Auf seiner Stammposition Linksaußen
sorgte er schon bei seinem Heimatverein FV
Breidenbach für Furore und schoss seine
Tore aus allen Lagen. KSV-Trainer Walter Müller
sicherte sich zur Saison 1963/64 die Dienste
des 21-Jährigen und komplettierte damit
einen Angriff, der nicht nur in Kassels Fußballgeschichte
eingehen sollte: 98 Tore allein vom Angriff
Becker, Kuster, Fritzsche und Jendrosch, bei
dessen Namen auch heute noch damalige Torhüter
schwitzige Hände bekommen. Leider aber
nicht Horst Podlasly, der mit seinen 96ern
den Kasseler Aufstieg in die 1. Bundesliga
vor 70.000 Zuschauern in Hannover verhinderte.
Eine Saison blieb Becker noch in Kassel, kam
aber nicht mit dem neuen Trainer Widmayer
zurecht, so dass er 1965 an den Bieberer Berg
wechselte und 1968 beim Aufstieg des OFC in
die 1. Bundesliga das entscheidende 2:1 gegen
Bayer Leverkusen schoss. Nach dem direkten
Abstieg spielte er vier Jahre beim Karlsruher
SC und ließ seine Karriere in Breidenbach
ausklingen. Zuerst als Spieler, später
neben verschieden anderen regionalen Vereinen
als Trainer und auch heute noch als Dauerkartenbesitzer.
Auch die Entwicklung des KSV verfolgt er noch
mit Interesse und kommt hin und wieder zu
Spielen ins Auestadion.
Tim Siebrecht (Stand: August
2005) |